Um die Nähe zu Bestandskunden zu sichern und weiteres Wachstum am bestehenden Standort zu ermöglichen, erweiterte der Logistik-Dienstleister 2025 mit Stöcklin seine Tiefkühlkapazitäten im Münsterland und plant die effizienzorientierte Modernisierung der verbundenen Altanlage.
Erweiterung eines automatischen Tiefkühllagers um ein angrenzendes, technisch hochmodernes, nachhaltiges Kanal-Hochregallager
Planung und Umsetzung eines vollautomatischen, viergassigen, 42 Meter hohen Kanallagers für 32.000 zusätzlichen Palettenstellplätze in der Tiefkälte inkl. vier Regalbediengeräten der MASTer-2042-Serie und schwerlastfähigen PowerShuttlen für mehrfachtiefe Lagerung
Direkte Verbindung der bestehenden Kapazitäten und integrierte Steuerung der zusammen 100.000 Lagerplätze umfassenden Gesamtanlage; alle Bediengeräte verfügen standardmässig über Energiesparmodi, Rekuperation und Netzrückspeisung, mit denen sie den Energieverbrauch um mehr als 20 Prozent reduzieren
Die Chance, die Altanlage umzurüsten, um auch dort Performance- und Nachhaltigkeitspotenziale zu heben
Vor zwölf Jahren nahm der international agierende Tiefkühl-Logistikdienstleister NewCold in Rheine das damals grösste, automatisch betriebene Tiefkühllagerhaus Deutschlands in Betrieb. 2025 wurden die Kapazitäten durch einen Anbau um 50 Prozent gesteigert: Die Hochregal-Anlage wuchs um 32.000 auf mehr als 100.000 Palettenstellplätze in der Tiefkälte – auf gerade einmal einem Fussballfeld zusätzlicher Fläche.
Zusammen mit seinem langjährigen Intralogistik-Partner Stöcklin Group entstand ein zusätzliches viergassiges Kanallager mit einem leistungsfähigen Bedienkonzept: Vier Regalbediengeräte der MASTer-2042-Serie, die jeweils 42 m hoch und für schmale Fahrwege ausgelegt sind, verfahren zentimetergenau zwischen den kompakt stehenden Regalreihen. Jedes Regalbediengerät arbeitet mit einem schwerlastfähigen PowerShuttle in seiner Gasse, das in der Lage ist, die Paletten mehrfachtief ein- und auszulagern. Zusammen ermöglichen sie eine hohe Lagerdichte und schaffen einen Durchsatz von bis zu 6.000 Paletten am Tag (24/5), bei -23 °C, bei Bedarf auch sechs und sieben Tage in der Woche.
Eine grosse Herausforderung war die Errichtung und Verbindung von Alt und Neu im laufenden Betrieb. Das neue Lager grenzt unmittelbar an das alte, nur durch eine Brandschutzwand getrennt, die von wenigen Schleusen durchbrochen ist. Die Bauarbeiten zogen sich über zwei Jahre hin. Es ging darum, auch in der sommerlichen Hochsaison darauf zu achten, keine Kälte zu verlieren und den Sauerstoff- und Feuchtezufluss in das inertisierte Gebäude zu minimieren, wann immer die Kühlhülle der Bestandshalle für die bauliche Verbindung oder die Integration der neuen Förderanlagen geöffnet werden musste. Ferner brauchte es viel Detailgenauigkeit, um die Anlage softwareseitig nahtlos in die bestehenden Abläufe zu integrieren.
Mit einem Einsatzbereiten Ersatz-Shuttle und datengetriebener Wartung und Instandhaltung erreicht NewCold Rheine nahezu 100 Prozent Verfügbarkeit – bei 20 Prozent weniger Energieverbrauch. Geplant ist, mit Stöcklin die technologischen Vorteile der neuen Anlage auf den Bestand zu übertragen.