24. Juni 2011
maxon motor - mit Stöcklin zum Mars
Ende September hat maxon motor das bestehende Kleinteilelager um eine Gasse erweitert und die Lagerkapazität um 11.520 Behälterstellplätze aufgestock.
Stetige Expansion und anhaltendes Wachstum ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte von maxon motor. Nach jahrzehntelanger internationaler Tätigkeit gelangte das Unternehmen mit der Landung des Mars-Rover „Sojourner“ im Jahre 1997 auch ausserhalb von Fachkreisen zu Weltruhm.
Bereits 2008 wurde in Sachseln in der Zentralschweiz ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen. Dreh- und Angelpunkt dieser Anlage ist das automatische Kleinteilelager, welches durch 5 manuelle Kleinteilelager ergänzt wird. Als Partner bei der Konzeptentwicklung und Umsetzung dieser Logistiklösung, wie auch bei der Gassenerweiterung, war die Stöcklin Logistik tätig. Neben der Mechanik lieferten und implementierten wir als Generalunternehmer auch das LVS sowie Materialflussrechner und Anlagenvisualisierung. Das Zentrallager dient der Zwischenlagerung von Bauteilen, die für die Produktion bestimmt sind sowie der Lagerung und Kommissionierung von Fertigwaren. Entsprechend komplex sind die im LVS abgebildeten Prozesse: so werden im Wareneingang gefertigte Produkte und parallel Lieferantensendungen sowie Zugänge aus dem KANBAN-Kreislauf und Rücklieferungen aus Kundenaufträgen vereinnahmt. Die bezogenen Waren werden dem über zwei Ebenen angeordnbeten MKL oder stapelweise dem AKL zugeführt. Das AKL mit unseren vollautomatischen Regalbediengeräten vom Typ BOXer D-2 ausgerüstet. Bei diesen handelt es sich um schienengeführte, bodenlaufende 2-Mastgeräte, die dank des Omega-Fahrantriebs mit Doppelzahnriemen ausserordentliche Dynamik, aufweisen. Je nach eingesetzten Modulen können Behälter unterschiedlichster Abmessungen einfach- oder doppeltief gelagert werden. Als Lastaufnahmemittel hierfür dient ein Teleskoptisch, der mit zwei Bandförderern ausgestattet ist. Die Fahrbefehle werden via TCP/IP vom übergeordneten Rechner an die SP-Steuerungen der Regalbediengeräte übermittelt. Jede SPS ist für vier Aufträge ausgelegt, welche der Reihe nach abgearbeitet werden. Nach der Übermittlung eines Fertigungs- oder Kundenauftrags an das LVS reserviert das System die betreffenden Bestände. Anschliessend werden die ausgelagerten Behälter an den Kommissionierplätzen bereitgestellt. Mit einlesen des Barcodes wird der Behälter und die zu entnehmende Stückzahl angezeigt. Nach Abschluss des Kommissioniervorgangs werden die Behälter der Rücklagerung zugeführt. Zur Überwachung der Bewegungsabläufe im Lager wurde eine Anlagenvisualisierung installiert. Damit ist ein stets aktueller Überblick über sämtliche Prozesse möglich. Im Fall von Fehlerdiagnosen kann der Bediener sofort in das Geschehen eingreifen.
Der Umstieg auf eine teilautomatisierte Lagerung und Kommissionierung hat sich für maxon motor bezahlt gemacht. Mit Inbetriebnahme des automatischen Kleinteilelagers konnte man die Durchsatzleistung um 30-40 Prozent steigern, während die Fehlerquote um ca 7 Prozent sank. Mit dem Bau des Zentrallagers sowie der Erweiterung hat man aus logistischer Perspektive ein wichtiges Signal gesetzt um auch in Zukunft flexibel auf die Volatilität der Märkte reagieren zu können.